Hallo meine Lieben,

schön, dass ihr wieder mit dabei seid.

Ich habe mir einige Tage Gedanken darüber gemacht, ob ich mich zur aktuellen Lage äußern möchte oder nicht – denn manchmal ist es einfach besser die Klappe zu halten, gerade bei einem so derart polarisierenden und auch unerforschtem Thema wie Corona. Zumal komme ich nicht aus dem Gesundheitssektor, bin kein Star-Virologe oder auch Super-Ökonom.

Mein Alltag und Umgang mit Corona

Seit den ersten Meldungen aus Wuhan gehe ich Wachsam durch die Welt. Mir war völlig klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis auch wir betroffen sein werden und das über kurz oder lang, mit ähnlichen Einschränkungen wie in China zu rechnen ist. Auf Hamsterkäufe kann ich verzichten, denn ich bin von der Generation Ende 19. Jahrhundert geprägt. Spanische Grippe, Wirtschafts-Krisen, Kriege, Hungersnöte haben meine Urgroßeltern und Großeltern mit- und überlebt. Bin also entsprechend sensibilisiert, auch das ein oder andere Endzeit-Szenario und Krisen-Buch steht bei uns im Bücherregal.

Ich nehme Corona ernst und ich habe mein Verhalten schon vor mehreren Wochen entsprechend angepasst, um eine Infektion möglichst zu vermeiden oder hinauszuzögern. Ich gehöre nicht zu der propagierten “Risikogruppe” und trotzdem lege ich es nicht darauf an, diese Seuche in unser Heim zu schleppen. Der Urinstinkt ist auf Überleben programmiert und bei dem einen scheint dieser Instinkt mehr, weniger, oder eben gar nicht vorhanden zu sein. Corona behandelt alle gleich, hat keine Altersbeschränkung, fragt nicht nach dem gesellschaftlichen Status und wir wissen auch noch nicht sonderlich viel darüber. Durch meinen Lifestyle trifft mich das Ganze aber auch nicht so hart, wie vielleicht andere. Der größte Teil meiner engsten Kontaktpersonen und Lieben, sieht die Radieschen bereits von unten. Beruflich musste ich mich sehr extrovertiert geben, privat bin ich introvertiert. Hinzu kommt, dass ich mich dazu entschlossen habe in vollem Umfang für meine Familie da zu sein (Hausfrau und Selbstbetreuer), somit bin ich von Stellenabbau und Kindergarten-Schließungen und überdurchschnittlichem Sozialleben ausgenommen. In meinem Umfeld galt das teils als exotisch, nun profitiert meine ganze Familie von dieser Entscheidung – denn es konnte nichts über eine Einrichtung wie Kindergarten oder Tagesmutter eingeschleppt werden, es gibt kein zweites Gehalt das fest eingeplant ist und plötzlich wegbricht. Glücklicherweise habe ich meinen Laden schon vor Monaten abgestoßen, auch damit muss ich mich nicht befassen.

Durch die Krise gehen

Ich möchte an dieser Stelle keine Ratschläge erteilen, sondern lediglich schildern wie ich das handhabe. Ich halte mich von Social Media fern (Facebook, Twitter, Insta), denn diese ganzen Diskussionen, Meinungen, Anweisungen, Fingerzeig ist nicht gut für den Geist (auch schon vor Corona). Ich informiere mich meist am Nachmittag/Ende des Tages über die politischen Ansagen und was Sache in unserem Land ist. Die Aussagen von Virologen klicke ich erst gar nicht an, denn das sind nur Meinungen. Wenn was bahnbrechendes passiert, dann bin ich gerne dazu bereit es zu lesen, aber auf Hysterie, Reizüberflutung und unfundierte Besserwisserei kann ich gut verzichten. Ich habe mir auch sonst regelmäßig die Hände gewaschen, besonders wenn ich vom Einkaufen zurück bin und generell vermeide ich das Händeschütteln, weil man nie weiß was die Person vorher angepackt hat. Einkaufswagen habe ich schon immer mit einem Babyfeuchttuch abgewischt. Neu hinzugekommen ist, dass ich meine Schuhe und Jacke, im Hausflur desinfiziere und da hängen lasse, wenn ich von draußen rein komme, auch Pakete, Fußmatten, Briefkasten, Klingel, etc. sprühe ich täglich ab. Dazu benutze ich hoch ergiebiges Virkon S (Raiffeisen Markt), woraus ich mir Anti Seuchen Spray und Wischwasser im 5 Tagesrhythmus anmische. Was Parvovirus (so gut wie immer tödlich für Hundewelpen), Vogelgrippe und Schweinepest killt (belegt), schafft mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Corona. Wir nehmen präventiv Sulfur und Chinin ein (z.B. Globuli, Tonic Water, Bitter-Lemon, Chinarinde als Tee), denn in Wikipedia lässt sich nachlesen, dass mit Chinin (auch in Malaria-Mitteln) Atemwegsprobleme in Verbindung mit SARS behandelt wurden (Lungenbläschen schwellen ab). Die Dosis macht das Gift, natürlich nehme ich alles in Maßen und Bitter Lemon habe ich schon immer gern getrunken. Bärlauchsuppe steht wegen seiner antiviralen Wirkung auch auf unserem Speiseplan. Krisen übersteht man meiner Meinung nach am besten, wenn man seinen Verstand einschaltet, sich vor allem eine eigene Meinung bildet und sich selbst informiert.

Auf Teneriffa fahren schon staatliche Autos durch die Straßen, durch deren Lautsprecher “Wenn Sie leben wollen, bleiben sie im Haus” tönt. Taxi und öffentliche Verkehrsmittel sind dort nur noch mit Maske zu betreten. Die anderen Länder sind alle schon weiter als wir und meist kommen ähnliche Maßnahmen zeitversetzt bei uns an. An den Flughäfen weinen verzweifelte Menschen – es ist wie im Krieg und man kann nur hoffen, dass Nostradamus für 2020 falsch liegt.

Meine Spekulationen zu Corona

Die Lage scheint erstmal aussichtslos, wir haben es mit einem unsichtbaren Feind zu tun dessen Ausmaße wir nicht ausreichend kennen. Doch nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch. Die Wirtschaft wird wieder florieren, wenn alles überstanden ist. Staatliche Hilfe für besonders betroffene Branchen wurde zugesagt. Berufs- und Dienstleistungssektoren verschieben sich schon jetzt. Die kleinen Läden in Neuenrade haben ihren Service der Situation angepasst und sind der Digitalisierung einen Schritt näher gekommen. Ob Corona ein Zufallsprodukt oder beabsichtigt ist, werden wir wohl nie erfahren. Ich denke, dass durch Chinas mangelnde Transparenz, politische und geschäftliche Beziehungen ins Stocken geraten. Bei Endkunden steigt sicher das Interesse an “Made in EU/Germany”. Das könnte dazu führen, dass die Produktion wieder zunehmend nach Europa und Deutschland verlagert wird. Corona wird Europa einander näher bringen, denn man hat nun einen gemeinsamen Feind auf den es sich zu konzentrieren gilt. Werte, Moral, Rücksicht und Hilfsbereitschaft rücken wieder in den Vordergrund. Allerdings ist auch zu beobachten, wie wir in Richtung Überwachungsstaat rücken. Handy Daten auswerten, Überlegungen Netflix abzuschalten… Ich kann mich nicht erinnern, dass in so kurzer Zeit so viele Gesetze angepasst und ausgehebelt wurden und ich denke, dass viele davon auch nach der Krise nicht mehr in ihren Urzustand versetzt werden. Denkt mal an die Salz-, Alkohol-, Hundesteuer und was der gute Karl noch so eingeführt hat. Hält sich alles noch bis heute. Corona öffnet Türen für G5 (Netzüberlastung in Wohnstraßen durch Streamingdienste & Homeoffice), Sonntagsarbeit in unüblichen Branchen, vielleicht sogar Abschaffung des Soli (Traum von vielen). Die Gebühreneinnahmezuhälter (GEZ) könnten gleich mit verabschiedet werden, denn der seniorenfeindliche Shitstorm hat ja schon BILD Niveau. Solche Sender finanzieren sich künftig am besten selbst. Vor ein paar Tagen habe ich noch am Telefon gesagt, wenn wir noch die Deutsche Mark zurückbekommen, ist der Urzustand fast wieder hergestellt und die neue Flüchtlingswelle, die zusammen mit Erdogan für viel Nervosität sorgte, ist durch Corona auch vom Tisch und das Sprachrohr der Gesundheit wurde so ausgewählt, dass der Kanzlersitz auch künftig in der Familie bleibt (CDU). Man kann also nicht behaupten, dass Corona politisch nicht genutzt werden würde. Ich bin gespannt, ob wir mal wieder die Spielfiguren im Oligarchen-Schach sind. Mir bereitet die erhöhte Kriminalitätsrate und Gewaltbereitschaft zumindest größere Sorgen als das Klopapier.

Gertrüdchen und Bürgernähe

Ich empfand die Entscheidung des Bürgermeisters verantwortungsvoll und habe die Absage befürwortet (auch wenn ich mit seiner Partei nix anfangen kann) – so kann der ein oder andere Senior zumindest noch das kommende Silvester erleben. Nur habe ich nicht ganz begriffen, warum dann eine Verlegung um 500 Meter von der linken in die rechte Hand vorgenommen wurde. Dann kam mir direkt PR und Marketing in den Sinn. Nach dem Motto “Spielverderber und der großzügige Robin Hood”. Dennoch finde ich diese gefühlte Distanz zu den Bürgern Seitens des Bürgermeisters bedauernswert. Es gibt natürlich Politiker, die sich mit ihrer Ansprache an uns richten. Aber das gibt uns ja kein Zusammengehörigkeitsgefühl als Stadt. Es fehlt der Dialog zum Bürger, mal ein nettes digitales Wort, ein bescheidenes Danke aus dem Bürgerbüro, beispielsweise an die Verkäuferinnen, die sich keinen gelben Schein holen und uns angesichts der Situation hier in Neuenrade immer noch bedienen, die Busfahrer, die noch fahren, die Paketzusteller, die LKW Fahrer die stundenlang im Stau stehen, die Notfall-Betreuer von Kindern und die Leute, die in der Stube bleiben – eben alle die jeden, die gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit einen erheblichen Beitrag zur Versorgung und dem Allgemeinwohl dieser Stadt beitragen. Häufig gehört dieser Sektor zu der geringeren Gehaltsgruppe, die sich nicht hinter einem Schreibtisch verstecken kann. Diesen Leuten kann man Dank und Wertschätzung entgegenbringen, würde die Betroffenen sicher freuen.

An dieser Stelle ein großes DANKESCHÖN von mir!

Der Wirtschaft einen Gefallen tun

In so einer Situation stellt sich die Frage „Sparen oder Kaufen“. Ich habe mich ganz klar fürs Kaufen entschieden – ich bin nämlich daran interessiert unseren deutschen Wohlstand beizubehalten. Auf Sparflamme zu schalten ist angesichts der Situation kontraproduktiv. Also habe ich ein paar Anschaffungen getätigt um die Wirtschaft anzukurbeln. Erst kürzlich den „Robokoch“, von dem ich euch ja bereits erzählt habe. Dann ist uns vor zwei Monaten der Wäschetrockner kaputt gegangen. Ich komme auch ohne ihn klar, weil ich einen ganzen Waschkeller zum Aufhängen habe, nebst zwei Flügeltrocknern. Beim Umsehen fand ich dann ein Gerät, was mich wirklich begeistert hat. Ich mag die Natur aber ich bin auch ein Freund von Technologie und für mich schließt sich das nicht gegenseitig aus. In einem Buch von Wolf Dieter Storl, berichtet dieser, dass er in Japan auf einen idyllischem Waldpfad einem Getränkeautomat begegnet ist, genau mein Stil. Von unserem neuen Großgerät berichte ich beim nächsten Mal, wenn ich es ausführlicher getestet habe.

Ich bin kein Freund von übermäßigem Konsum, aber gerade jetzt tun Anschaffungen unserer Wirtschaft gut, wir unterstützen damit Jobs, Produzenten und die Staatskasse. Einfach mal das Portemonnaie locker machen, wenn etwas benötigt wird oder kaputt gegangen ist oder man sich einfach selbst eine Freude machen möchte.

Schlusswort

Sicherlich kein guter Charakterzug meinerseits, muss aber auch mal gesagt werden – ich gönne den Jobcentern und Arbeitsagenturen den zu verzeichnenden Ansturm. Jetzt wissen die kaffeetrinkenden Saufziegen, was harte Arbeit für viele Geringverdiener/Aufstocker bedeutet. Die paar Prozent die dort sitzen, die wirklich bemüht sind und ihr Bestes tun, sind damit auch gar nicht gemeint. Ich meine die, die Arbeitssuchende schikanieren und sie als Kaugummi unter der Schuhsohle der Gesellschaft betrachten. Viele die dort sitzen sind Menschenhasser ohne jegliche Empathie – nun kommt mal etwas zu diesen Leuten zurückgeflogen, manche nennen es Malochen, andere wiederum Karma.

Bleibt gesund, passt auf euch auf.

Eure Natascha