EcoEgg Test – Nimm mich jetzt auch wenn ich stinke

Hallo meine Lieben,

ich habe heute meinen Blog um die Kategorie „Blacklist“ und „Verbraucherschutz“ ergänzt. Dort könnt ihr meine ungeschönten Erfahrungen nachlesen. Ich finde am besten ist es, wenn man sich seine Meinung selbst bildet aber manchmal kann es auch helfen sich nicht auf Flopp-Geschäfte und Flopp-Produkte einzulassen.

Starten wir heute mit dem EcoEgg

Ein vielversprechendes Produkt mit tollem Image und weißer Weste. Innovativ und nachhaltig (dieser Begriff kann überall verwendet werden) präsentiert sich das Wasch-Ei aus recyceltem Plastik. Ein Ei, das hippe Lifestyle Ökos wie mich aufhorchen lässt. Ich hab’s bei Amazon entdeckt und bei DM gekauft.

Kurzbiografie

Das Ei wird mit 144 Waschladungen und Wörtern wie hypoallergen und revolutionär u.ä. angepriesen. Das rosa Ei riecht nach Rosenholz-Pups, wenn man seine Nase dran hält. Das Ei wird mit weißen und schwarzen Kügelchen aufgefüllt, die im Lieferumfang enthalten sind. Die weißen Kugeln müssen mit der Zeit aufgefüllt werden, sie sind die „Waschsubstanz“ und nutzen sich ab. Bei den schwarzen Kugeln soll es sich um Turmalin Keramik handeln. Mir ist Turmalin nur als Rohstoff bekannt, wo er her kommt, wer ihn abbaut, oder ob der synthetisch hergestellt wird, wird dem Verbraucher nicht offenbart. Die Verpackung besticht mit Wörtern wie Eco, umweltfreundlich und weiteren Keywords. Man legt es auf die Wäsche und muss weiter nichts tun. Also auch was für bequeme Leute, man muss mit nichts mehr hantieren. Ei in die Maschine feritg los.

Waschsystem

Um das EcoEgg ist ein ganzes System aufgebaut. Ähnlich wie beim Wasch-System aus Omas Zeiten, ich meine es war Sil. Da hatte man dann Sil 1, Sil 2, Sil 3…. Diese ganzen Produkte bauten aufeinander auf, dass ist auch bei diesem Ei so gehalten. Eins zum Waschen, eins für den Stromfresser-Trockner (benutze ich nur bei akutem Wäsche-Notstand), Maschinen-Reiniger, also ein System aus mehreren Komponenten.

Abbruch

Ich habe das Ei jetzt eine Woche für euch und natürlich auch für mich getestet, länger habe ich es nicht mehr ausgehalten. Die ersten drei Waschgänge waren wunderbar und ab Nummer vier ging es dann los mit dem muffigen Fischgestank. Ich hatte trockene Wäsche abgenommen und sie müffelte als wäre ich geradewegs vom Containern auf nem Fischkutter gekommen. Einfach abartig. Meine Laune lies sich zu dem Zeitpunkt nicht trüben, war ja nur eine 30°C Wäsche. Wäsche abgenomen, wieder in die Maschine, diesmal 40°C. Gleiches Spiel, aufgehangen, trocknen lassen, abgenommen, immer noch Miiiiiiieeeeef (ihr kennt den Song?). Alles von vorne, diesmal bei 60°C. Wichtig hierbei ist noch, es waren Vollprogramme also keine Kurzprogramme. Aber wieder das selbe trotz der hohen Temperatur, die ja auch für Corona-Viren ungemütlich sein soll hielt sich immer noch dieser Fischgeruch und das Maschine für Maschine.

Ich hab dann die Schnauze voll gehabt und bin zu DM hin, hatte noch überlegt so ein Stinktier-Shirt einzustecken, um das zu demonstrieren aber das war mir dann doch etwas zu peinlich. Jedenfalls bin ich das Ei erfolgreich los geworden – Gott sei Dank, Karma sei Dank, Zen sei Dank, Zeus sei Dank…..

Ich hab schon viel in meinem Leben gewaschen und auch ausprobiert. Eine zeit lang habe ich mein Waschmittel auch nach einem Smarticular-Rezept selber hergestellt. Aber dieses Wasch-Ei ist der Freddy Krüger unter den Waschmitteln und hat mich echt geschafft. Ich habe beim Umtausch im DM drei Packungen konventionelles Waschmittel (Hausmarke) gehamstert, weil ich einen Berg an Mief-Wäsche abzuarbeiten hatte und da klappte alles mit 30°C. Sagenhaft oder?

Löcher

Und noch ein riesen Nachteil zum Schluss. Das Ei mag zwar nachhaltig sein, aber im Gegenzug hat es mir Löcher in einige Wäschestücke gemacht. Nun wären wir wieder bei der Selbstreflexion und folgender Frage. Ist es ökologischer, ökologisch zu waschen und öfter neue Klamotten auszutauschen, die durch das Ei kaputt gehen? Ist es ökologisch seine Waschmaschine öfter durchlaufen zu lassen, weil sich übler Gestank in den Klamotten hält?

Also das Ei war zu schön um wahr zu sein. Mich konnte es nicht überzeugen. Es steckt ein hervorragendes Marketing dahinter, was eben genau diese Menschen ködert, die sich über Umwelt usw. Gedanken machen. Durch den Beitrag habe ich jetzt wieder diesen Mief in der Nase.

Alles Gute und bis bald,
eure Natascha

Natvana

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