Liebe Leser und Leserinnen,

hier erwartet euch eine Weihnachtsgeschichte der etwas anderen Art – meine Weihnachtsgeschichte.

Ein Tag nach Weihnachten wurde uns ein sehr großes Paket geliefert. Der Absender des Pakets war mir gänzlich unbekannt, aber es war an mich adressiert. Also öffnete ich es und musste ein wenig schmunzeln, denn ich stieß auf ein weiteres, kleineres Paket.

A box in a box, das erinnerte mich an Marie Kondo. 

Bei genauerer Betrachtung entdeckte ich eine angebrachte Grußkarte. Das war fast so spannend wie die Schatzjagd in Tomb Raider. Die Karte hätte von meinen Großeltern sein können, sie hatte so etwas nostalgisch und sentimentales.

Und bei der Message verschlug es mir zunächst die Sprache, denn…

mein Opa weilt schon über ein Jahrzehnt nicht mehr unter uns.

Nun war ich richtig neugierig was mich da im Paket erwarten würde. Die Grußkarte gab zwar schon einen Hinweis, aber ich war irgendwie immer noch nicht so richtig in der Realität angekommen. Also ging ich zum letzten Schritt über und öffnete das kleinere Paket und hatte die Mandoline meines Opas in der Hand. Ich kann gar nicht in Worte fassen wie sich das anfühlt, dieses Instrument nun mein Eigen nennen zu können. Ich erinnerte mich wieder an vergangene Feierlichkeiten und wie er seine Instrumente zückte und uns mit seiner Musik unterhielt.

Es war fast so als wäre mein Opa wieder da – ein schönes Gefühl. 

Die Mandoline ist ein sehr unterhaltsames und wohlklingendes Instrument. Mit leicht melancholischem Klang, je nachdem wie man sie spielt. Ihr Klang weckt nicht nur schöne Kindheitserinnerungen in mir – der Klang beflügelt auch meine Phantasie und ich stelle mir vor in einer Taverne mit Piraten, Hobbits und Zwergen zu sitzen. Damit du dir selbst ein Bild machen kannst, habe ich hier eine kleine Hörprobe, die allerdings ohne Plektrum gespielt ist, weil es schon spät war. Das Stück hat mein Mann komponiert.

Letzten Endes handelte es sich um eine schöne Inszenierung. Die originale Mandoline befindet sich auf Tenerife und ich besitze nun exakt das gleiche Modell meines Opas. Somit gibt es nun zwei Familienerbstücke in meiner Familie.

Ich wünsche dir eine schöne Restwoche.
Deine Natvana