Kommet, ihr Waschnüsse!

Hallo meine Lieben,

durch meine Neugierde und Aufgeschlossenheit bin ich das perfekte Werbe-Opfer. Die Suche nach Optimierung meines Konsums und Umwelt- und Anwenderfreundlichen Innovationen treibt mich in gewisser weise an. Durch meine Nüchternheit und meinen Realismus bleiben meine Lobeshymnen aber meistens aus oder tragen einen ironischen Dialekt.

Das Thema Waschnüsse stand mal ganz oben auf der Lifestyle-Öko-Liste und kann inzwischen als durchgestrichen betrachtet werden. Der Traum von sauberen Gewässern, keine Chemie an Babys Haut, all das klang in meiner Ideal-Welt sehr überzeugend und richtig. Von toten Fischen und der indischen Bevölkerung sickerten erst viel später Informationen an die Öffentlichkeit.

Vorab

Das westliche Interesse an dieser Nuss stieg und die Nachfrage wuchs. Das „Ja-Wort“ zur Waschnuss hatte globale Auswirkungen und führte zur Verteuerung in Indien. Die indische Bevölkerung wechselte auf konventionelles Waschmittel, wenn man Literatur und Medien glauben kann. Da stellt sich mir die Frage „Was ist nachhaltiger?“. Wenn man nach der Einwohnerzahl geht ist es ökologisch betrachtet sicher besser, wenn die Waschnüsse da bleiben wo sie sind – nämlich in Indien. Wobei eine Packung Persil am Ganges sicher ein skurriles Bild abgeben würde. Für mich geht die importfreie Lösungsfindung weiter.

Waschwirkung

Die Waschnuss hatte viele Chancen. Ich habe insgesamt zwei Packungen auf 6 Monate verbraucht (3 Personen-Haushalt). Weiße Wäsche hatte ab und zu orangefarbene Abdrücke. Keine Chance bei Kürbis, Karottenbrei und Grasflecken. Selbst bei Vorbehandlung mit veganer Gallseife, keine Chance. Ich war dazu gezwungen mir weitere Fleckenhelfer anzuschaffen, was wiederum mehr Platzverschwendung bedeutete. Da standen sie nun meine Fläsch’chen von Fleckenteufeln, die Wasch-Soda-Tüte, Citrus-Säure-Tüte, vegane und normale Gall-Seife und das als Mensch, der es nicht leiden kann zugestellt zu sein. Mir stehen schon beim Körperpflege-Schrank meines Mannes die Haare zu Berge – das brauch ich nicht noch beim Wäsche waschen.

Also wie bereits beschrieben die Waschwirkung bei Flecken hat mich nicht im geringsten überzeugt. Bei dunkler Buntwäsche war alles ok, da sieht man Flecken meist nicht drauf. Ein weiterer Nachteil war eine undefinierbare muffige Geruchsentwicklung bei Wäsche die länger gelegen hat, z.B. Bettwäsche, Tagesdecken, eben Dinge die man nicht permanent wäscht. Von meiner Seite kann ich Waschnüsse einfach nicht empfehlen. Ich sehe keinen Nutzen in der Verwendung, außer das man sich mit weiteren Hilfsmitteln zustellen muss und es manchmal vorkommt, dass man die Waschmaschine ein weiteres Mal anstellt aufgrund mangelnder Sauberkeit. Und da käme dann die nächste Frage „Wenn ich die Waschmaschine ein zweites Mal durchlaufen lasse wegen mangelnder Sauberkeit, ist das dann ökologisch?“ Vermutlich nicht.

Ich habe in der Vergangenheit auch Berichte über Kastanien und Efeu gelesen, dann kommt mir wieder die Waschnuss in den Kopf und mein Interesse daran ist verflogen. Die Nuss ist für mich abgehakt, Kastanie und Efeu ebenso. Frosch Waschmittel konnte mich auch nicht überzeugen. Ich gebe nicht auf und probiere mich weiter durch die Waschmittel-Welt.

Momentan liebäugle ich mit Eco-Egg.

Natvana

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