Ein “Herzliches Hallo” an alle neuen Besucher und treuen Begleiter!

Ich dachte mir, dass ich heute mal ein polarisierendes Thema aufgreife – nämlich die vegane Ernährung bei Kindern, speziell in unserem Fall bei unter 3-Jährigen. Mir ist es ein Rätsel warum gerade dieses Thema so viele Unstimmigkeiten hervorrufen kann bzw. warum die rationale Sichtweise dabei häufig abhanden kommt. Wir sind jedenfalls ganz entspannte Veganer und jeder soll machen was er will und für richtig erachtet. Bei uns hat sich nichts geändert. Wir gehen nach wie vor straight unseren pflanzenbasierten Weg und wer hätte es gedacht… schließt das selbstverständlich auch die Ernährung unseres Kleinen mit ein.

Alle Eltern geben ihre Überzeugungen, Werte, Traditionen an ihre Kinder weiter und das sollte jeder akzeptieren. Später werden diese “Überlieferungen” entweder abgelegt, oder weiter gelebt. So ist nun mal der natürliche Lauf des Lebens.

Quelle: Ich

Ich für meinen Teil bin echt froh und auch zu einem gewissen Grad erleichtert, dass alles so unkompliziert bei uns gelaufen ist. Genau genommen hatte ich aber auch mit diesem Ergebnis gerechnet. Bedenke bitte, dass ich nur auf meine persönliche Erfahrung mit meinem Kind blicken und diese weitergeben kann. Mein Sohn hat schon immer bei Gemüse, Rohkost und gesunden Mahlzeiten zugegriffen. An Fleisch hat er von sich aus kaum Interesse gezeigt. Als wir auswärts waren hat er 2-mal welches gegessen. Ich denke, weil wir eben selbst nicht sonderlich viel davon konsumiert haben und auch nicht versucht haben es ihm schmackhaft zu reden. Wenn er nicht probieren wollte – dann war es eben so. Iss deinen Teller leer gibt es bei uns auch nicht – wenn man satt ist sollte man nicht weiter essen müssen. Mein Sohn ist durch und durch ein Gemüse- und Obst-Kind und ich vertrete die Ansicht, dass es an unserem Lifestyle liegt, den er sich bei uns abgeguckt hat. Mein Sohn wird bestimmt nicht das einzige Kind sein bei dem das so ist. Ich finde es ohnehin wichtig, dass Kinder möglichst viel Gemüse, Obst, Ballaststoffe zu sich nehmen und abwechslungsreich essen. Fleisch sollte nur eine kleine Nebenrolle spielen, zumindest war das auch schon meine Ansicht als ich mich noch nicht vegan ernährt habe. Unser Lifestyle hat den Start in ein unkompliziertes und vor allem stressfreies veganes Leben mit Kind erleichtert.

Das frühstückt mein Sohn gerne.

Ich zähle zur Inspiration mal ein paar vegane Dinge auf, die mein Sohn gerne zu sich nimmt. Er trinkt nur Wasser, Muttermilch oder Hafermilch mit Kakao. Smoothies mag er (noch) nicht. Zum Frühstück gibt es für ihn Mehrkorn Wraps mit Leinsamen, die ich mittig wie normales Brot z.B. mit veganem Käse, Nuss-Nougat Creme oder Erdbeer-Rhabarber Marmelade belege und fest zusammenrolle. Oder es gibt Vollkorn-Toast mit Mandelmus bestrichen und Bananenscheiben obendrauf, manchmal auch eine Apfeltasche, oder ein Avocado Brot mit einem Spritzer Zitrone und Salz & Pfeffer gewürzt.
Es kommt immer darauf an was wir gerade da haben. Müsli / Haferflocken mit Hafermilch isst er auch gern. Wir haben alles mögliche durchprobiert bis es für uns gepasst hat. Mir ist es auch wichtig, dass er wenig bis gar kein Weißmehl zu sich nimmt.

Mittagessen für Kleinkinder.

Gemüsebratlinge mit Möhre und Paprika stehen ganz hoch im Kurs sowie Quinoa, Kichererbsen und Chinakohl. Vegane Pizza mit Spinat und Möhre. Tomaten-Möhren-Kokos Suppe, oder einfach nur gedünstetes Kaisergemüse. Basmati Reis, Vollkorn Nudeln, rote Linsen, Kürbis Suppe, Süßkartoffel Pommes mit veganer Mayo und mehr. Ich würze die Speisen normal durch und mein Mann würzt seinen Teller häufig noch mit mehr Schärfe nach (Tabasco, Jalapeno).

Zwischendurch und Nachtisch.

Vegane Waffeln oder Bananen Energiebällchen. Gemischter Dosenfrüchte Cocktail. Gemüsesticks aus Gurke oder Möhre mit süß-saurer Sauce oder veganem Frischkäse. Auch gerne mal ein Stück dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil oder Frucht-Wasser-Eis. Banane, Trauben, Kirschen, Äpfel, Birnen, Nuss-Riegel / Nüsse, Rosinen, Zartbitter Haferkekse. Viele Lebensmittel sind schon von sich aus vegan, nur steht es nicht immer drauf, da hilft nur die Zutatenliste zu lesen.

Es gibt unfassbar viele Möglichkeiten, die vor allem einen besseren Nährwert als die Junior-Tüte von Fast-Food Ketten bietet. Man muss lediglich seinen Arsch bewegen, etwas Zeit investieren, ausprobieren und kochen, um zu sehen was gut und weniger gut beim Kind ankommt.

Ich hoffe das der Trend für eine bewusste und gesunde Ernährung in den Kindergärten und Schulen noch ankommt. Damit Erwachsene wie auch Kinder für eine nachhaltig gesunde Ernährung sensibilisiert werden. Jedes 7. Kind in Deutschland ist dick oder fettleibig und als Eltern kann man sehr viel gegensteuern, indem man in erster Linie mit gutem Beispiel voran geht.

Wie ist das mit dem Vitamin B12 und Kalzium?

Auch das ist kein Problem, ich selbst nehme alle zwei bis drei Tage eine Vitamin B12 Tablette. Meinem Sohn gebe ich im gleichen Intervall einen Löffel Sanostol (weil ich es aus meiner Kindheit kenne) und gebe einen Sprühstoß Vitamin B12 für Kinder darauf.
Mein Mann nimmt gar keine ergänzenden Präparate und hatte kürzlich ein großes Blutbild. Seine Werte waren tipptopp mit mehrmonatiger veganer Lebensweise. Es wurde kein Vitaminmangel festgestellt und ich finde es nicht verwunderlich. Wenn man so viel Ballaststoffe, Gemüse und Obst zu sich nimmt, woher soll dann eine Mangelerscheinung kommen – davon das man zu gesund lebt?

Kalzium aus Hülsenfrüchten und grünem Gemüse.

Um mit dem Mythos Milch aufzuräumen empfehle ich die umfassende Auseinandersetzung mit der Kalzium-Lüge und ein Check-up in welchen Ländern Osteoporose und Hüftknochenbrüche gehäuft auftreten.
Als zuverlässige Kalzium-Quelle bieten sich Grünkohl, Brokkoli und Blattspinat an. Mandeln, Haselnüsse, Pekanüsse, Leinsamen, geröstete Sesamsamen, Hülsenfrüchte, Orange, Quinoa, Amaranth und Reis liefern ebenfalls Kalzium. Bei Unsicherheiten kann man auch auf kalziumreiches Mineralwasser oder mit Kalzium angereicherte Pflanzenmilch zurückgreifen. Letzteres gibt es auch in der Vitamin B12 Variante. Auch gut zu wissen ist, dass Vitamin D die Kalzium-Aufnahme erhöht.

Ich kann nur dazu ermutigen wenn das Interesse besteht, diesen Weg einzuschlagen. Sich informieren – Position beziehen – nicht darüber nachdenken was andere davon halten, sondern einfach machen.

Alles Gute und viele Grüße!
Natascha