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Warum nicht Krankenhaus Werdohl?

Hallo meine Lieben,

i’am back in town! Wie ihr euch anhand der Überschrift schon denken könnt, war ich zur Sanierung im Krankenhaus. Zwar sind mir Ärzte und Krankenhäuser aus der Vogelperspektive am sympatischsten, allerdings war es dieses Mal unumgänglich.

Warum Werdohl?

Das Krankenhaus in Werdohl hat hier im Sauerland bei den Einheimischen einen ziemlich schlechten Ruf. Vom Hören-Sagen heißt es „hohe Sterberate“, „ist nicht so“, „lieber Lüdenscheid“ und bei den Google Bewertungen kommt das Krankenhaus gerade mal auf eine Gesamtpunktzahl von zwei Sternen. Aber ihr kennt mich ja, ich bin ein Mensch der sich gern seine eigene Meinung bildet und habe mich trotzdem für dieses Krankenhaus entschieden, zumal es sich einfach „umme“ Ecke befindet und sich so die Anfahrten, für Mann mit Kind wesentlich, einfacher gestalten.

Wie bin ich da gelandet?

Das war ganz einfach, Ich hatte wiederholt mit Koliken zu tun. Schmerzen im Bauchraum, die durchaus mit Wehen vergleichbar sind und auch in solchen Intervallen auftreten. Erstmals traten diese Koliken im Jahr 2017 auf und ich hatte etwa zwei bis dreimal jährlich damit zu tun. Mit Wärmflasche, Schmerzmittel und Kräutertees habe ich die Attacken sonst zu Hause ausgesessen. Auch dieses Mal sah die Methode recht erfolgsversprechend aus. Zuvor war ich noch beim Arzt und habe mir was homöopatisches, auf Melissenbasis, und Magenschutz aufschreiben lassen. Zwei Tage später um 4 Uhr morgens waren die Schmerzen wieder zurück. Ich war genervt, schmerzerfüllt und habe mir einen Krankenwagen ohne Tam Tam kommen lassen.
Sprich darum gebeten, mich ohne Sirene und Bauchlicht einzusammeln, damit zumindest unser Sohn in Ruhe weiterschlafen kann. Ich habe dann einfach am Straßenrand gewartet und erblickte in zwei verdutzte Sanitäter-Gesichter – nach dem Motto „Warum sollen wir Sie denn überhaupt abholen, Sie können ja noch stehen, laufen, sprechen“. Mein Mann übernahm die Stellung im Haus und ich wurde nach Werdohl gebracht.

Zwei OP’s

Zunächst hat man sich um die entzündlichen Prozesse gekümmert, denn Magenschleimhaut und Gallenblase waren in keiner guten Verfassung, Nachdem sich alles etwas beruhigte und die Entzündung abgeklungen war, hatte ich im Anschluss zwei Eingriffe einen kleineren und einen Großen. Das Krankenhaus Werdohl arbeitet eng mit dem Krankenhaus Lüdenscheid zusammen und in Lüdenscheid erfolgte die erste OP mittels Magenspiegelung. Dort wurden gewanderte Gallensteine aus den Gängen entfernt. Nach zwei Tagen Erholungszeit erfolgte am Montag in Werdohl mittels Endoskopie die Entfernung der Gallenblase samt der darin befindlichen Gallensteine.

Mein Krankenhaus-Aufenthalt in Werdohl

Ich habe an diesem Krankenhaus absolut nichts auszusetzen. Die Schwestern auf meiner Station waren unheimlich bemüht, super lieb und emphatisch. Die haben meiner Meinung nach ein saftiges Weihnachtsgeld und eine Gehaltserhöhung verdient.
Ich habe meinen Chirurg täglich zu Gesicht bekommen auch am Samstag und Sonntag. Man wird in Werdohl definitiv als Mensch wahrgenommen in Lüdenscheid läuft es vergleichsweise wie am Fließband – dort hatte ich das Gefühl nur eine unbedeutende Nummer von vielen zu sein. In Werdohl hatte ich ein Zwei-Bett-Zimmer. Meine Zimmer-Genossin hatte vor allem nach den OP’s auf mich aufgepasst und immer geklingelt, wenn mein Tropf leer gelaufen ist – wir haben uns gut verstanden und gegenseitig geholfen. Doch es gibt natürlich auch Schattenseiten, Vielleicht geht’s ja nicht nur mir so aber Krankenhäuser saugen mich sowas von leer, also mental betrachtet. Auf der Station gab es eine alte Dame. Sobald ihr Besuch verschwunden ist, rief sie stundenlang nach Gott – damit er sie holt. Dann gab es noch einen Teenager, der um sein Leben kämpfte. Ich reagiere empfindlich auch sowas, es geht mir Nahe und bei teilweise so viel Leid und Elend fällt es mir schwer wieder fit zu werden. Ich war echt angeschlagen aber froh, dass ich zwei Tage nach der Gallen-OP nach Hause konnte.

Wieder zu Hause

Hier sollten harte Zeiten auf mich zukommen. Nämlich gesund werden gepaart mit abrupten Abstillen. Denn das nächtliche, schnell wirkende und bequeme Einschlafstillen ist durch die OP’s und Medikamente fortan gestrichen. Ich habe viel erklärt, Alternativen angeboten, Nuckel, Geschichte vorlesen, neues Nachtlicht, Kakao Ritual – all das blieb ohne Interesse. Also schlief der kleine Mann irgendwann irgendwo ein und wurde dann von meinem Mann ins Bett getragen. Als ich im Krankenhaus war lief es ohne mich ganz gut, als ich und meine Brust wieder zu Hause waren lief es nicht, denn wir waren wieder verfügbar und offenbar sind Kinder auch in der Lage auf nächtliche Rituale zu warten. Inzwischen hat sich alles eingependelt, aber es braucht liebevolle Konsequenz und auch ein paar starke Nerven. Jeder Tag war und ist ein kleiner Fortschritt. Es klappt auch ohne Brust und das anfangs verschmähte Nachtlicht ist auch zum Hit geworden.

Alternative Heilmethoden

Logischerweise habe ich versucht eine OP zu umgehen und die Gallen-Koliken auf herkömmliche Weise selbst in den Griff zu bekommen, leider ohne Erfolg. Es gibt von Maria Treben eine überlieferte Rezeptur, die angeblich Steine auflösen kann und soll. Eine Möglichkeit liefert beispielsweise das traditionell japanische Heilströmen, auch Jin Shin Jyutsu genannt. Diese Methode wird unter anderem auch von Heilpraktikern und in der Osteopathie verwendet z, B, bei Babys mit Geburtstrauma (Schreibabys). Ich habe Jin Shin Jyutsu leider erst kürzlich kennengelernt, da war es schon zu akut und spät. Sonst hätte ich noch ausprobiert, die Galle damit in Einklang zu bringen.

Was ändert sich in der Ernährung?

Für mich als Veganer ändert sich nichts.
Generell wird bei einem Leben ohne Galle eine fettarme und vegetarische Lebensweise empfohlen.

Am Endes Tages…

bleibt zu sagen, dass ich endlich wieder schmerzfrei bin. Mein Chirurg Dr. Terfloth hat nicht nur aus chirurgischer, sondern auch aus ästhetischer Sicht sehr gute Arbeit geleistet hat. Von dem Eingriff ist kaum noch etwas zu sehen und alle Tattoos sind heile geblieben. Das ist also meine Erfahrung mit dem Krankenhaus Werdohl.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag, lass es euch gut gehen!
Eure Natascha